Leseprobe aus Küsse am Madeira Drive

 

»Was machst du hier? Du wolltest doch einkaufen!« Eric starrte sie aus glasigen Augen an. Mit zwei seiner Freunde saß er auf der Couch, auf dem Tisch davor lagen drei Revolver, mehrere Skimasken und eine Straßenkarte.

 

»Was ist denn hier los?«, rief sie schrill, stellte die Einkaufstüten im Flur ab und zeigte auf die Waffen.

 

»Nix, was dich was angeht!« Er strich sich durch seine struppigen, blonden Haare und griff nach der Bierdose auf dem Fußboden. Im Wohnzimmer roch es streng. Eine Mischung aus Schweiß, abgestandenem Rauch und Hasch. Eric trug ein graues Shirt und schwarze Jeanshosen, die voller Brandlöcher und Flecken waren. Angewidert verzog Claire den Mund.

 

»Verpiss dich, Weib!«, grunzte Phil, einer seiner engsten Freunde. Claire funkelte ihn an. Phil war nur knapp einen Meter sechzig klein, hatte aber eine wahnsinnig große Klappe. Seit der Grundschule war er mit Eric befreundet. Er hatte schiefe, vergammelte Zähne und trug seine langen Haare meist zu einem Zopf im Nacken.

 

Jack, der andere Kumpel, war groß und ziemlich übergewichtig. Seine Augenbrauen waren zusammengewachsen und auf Wangen und Stirn glänzten lauter eitrige Pickel. Nicht zum ersten Mal fragte sich Claire, was Eric, der eigentlich ganz gut aussah, wenn er nicht wie ein Penner herumlief, mit solchen Typen wollte.

 

»In drei Minuten seid ihr hier verschwunden!«, zischte Claire, stürmte ins Bad und setzte sich auf den Badewannenrand. Wie sie befürchtet hatte, lag lauter Krempel in der Wanne. Der Rand innen war zum Teil mit Öl verschmiert. Mit der flachen Hand schlug sie gegen den Wannenrand und fluchte.

 

Kommentare: 0 (Diskussion geschlossen)
    Es sind noch keine Einträge vorhanden.